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Krankheitsgeschehen in 5 Folgejahren nach stationärer Entwöhnungsbehandlung bei Alkoholabhängigkeit auf der Basis von Sekundärdaten der Krankenkasse

Manfred Zielke

Baltic Bay Clinical Consulting, Mönkeberg

(aus Petermann F, Koglin U (Hrsg) (2010) 47. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vom 26. bis 30. September 2010 in Bremen – Abstractband (S. 235). Pabst Science Publishers, Lengerich)

Kurzfassung

Problemstellung: Katamnestische Erhebungen der Krankheitsverläufe nach stationären Entwöhnungsbehandlungen beschränken sich auf das poststationäre Abstinenzverhalten. Welche Krankheitsprozesse sich konsekutiv ereignen ist weitgehend unbekannt.

Methodik: Bei einem kompletten Jahrgang aller Versicherten der DAK, die 2002 eine stationäre Entwöhnungsbehandlung absolviert hatten (KK oder DRV) wurde das Krankheitsgeschehen in den Folgejahren 2003 bis 2007 untersucht.  Bei unterschiedlichen Schweregraden wurde das diagnosenspezifische AU-Geschehen im Verlauf seit 2 Jahren vor der Rehabilitation im Jahr 2000 bis zum fünften Folgejahr nachverfolgt.

Ergebnisse: Bei 49,2% der Patienten konnte in den drei Folgejahren nach der Rehabilitation kein alkoholbezogenes Krankheitsgeschehen festgestellt werden.
Die Hälfte der Rehabilitanden hat in den Folgejahren keinen Rückfall erlitten. Besonders die im letzten Untersuchungsjahr Rückfälligen zeigen ein geradezu explosionsartiges Krankheitsgeschehen.

Literatur

Zielke M, Herder F, Lebenhagen J, Reschenberg I, Weissinger V (2007) Krankheitsverläufe von Versicherten nach stationären Entwöhnungsbehandlungen auf der Basis von Sekundärdaten der DAK. Praxis Klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, Supplement 2007. Pabst Science Publishers, Lengerich.